Mehr als 300 Gäste waren Mitte Juli der Einladung der Dienstleistungsverbände zum Politischen Sommerfest im Naturkundemuseum am Schloss Rosenstein in Stuttgart gefolgt.
Gemeinsam mit den Landesverbänden des DEHOGA, des Groß- und Außenhandels sowie der Speditionen und Logistik hatte der Handelsverband Baden-Württemberg erneut zu einem Abend eingeladen, der Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden und Politik zusammenbrachte. Seit vielen Jahren ist das Sommerfest ein fester Termin im politischen Kalender Baden-Württembergs und bietet Gelegenheit für persönliche Begegnungen und Gespräche in ungezwungener Atmosphäre.
In seiner Eröffnungsrede machte VSL-Präsident Dr. Micha Lege deutlich, dass die Dienstleistungsverbände das Land am Laufen halten. „Wenn wir nicht funktionieren, bekommen das alle zu spüren.“ Baden-Württemberg brauche jetzt entschlossenes Handeln. Weniger Bürokratie, flexiblere Rahmenbedingungen für Unternehmen, leistungsfähige Verkehrswege und schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren seien entscheidende Voraussetzungen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts nachhaltig zu stärken. Wohlstand müsse durch eigene Leistung und nicht durch Umverteilung geschaffen werden. Zugleich erinnerte er an die wirtschaftliche Kraft der vier Verbände, die zum Politischen Sommerfest geladen hatten. Die insgesamt 107.000 Mitgliedsunternehmen erwirtschafteten zuletzt einen Jahresumsatz von rund 445 Milliarden Euro und beschäftigen knapp 1,36 Millionen Mitarbeiter. Die Zahl der Auszubildenden beläuft sich auf circa 43.600.
Die baden-württembergische Verkehrsministerin Nicole Razavi griff die von Micha Lege angesprochenen Themen auf und betonte in ihrer Rede die zentrale Bedeutung einer modernen Mobilitätspolitik für Wirtschaft und Gesellschaft. „Mobilität verbindet Hersteller, Logistik, Unternehmen und Verbraucher“, so die Ministerin. Sie halte Lieferketten am Laufen, sichere den Wirtschaftsstandort. „Infrastruktur ist die Hardware unserer Wirtschaft“, führte Nicole Razavi weiter aus. Sie schaffe die Grundlage für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Deshalb müsse die Erneuerung und Modernisierung der Infrastruktur mit Nachdruck vorangetrieben werden. Ziel der neuen Landesregierung sei es, die bereitstehenden Investitionsmittel zügig einzusetzen sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich zu beschleunigen. Gleichzeitig warb die Ministerin für einen engen und kontinuierlichen Dialog zwischen Politik und Wirtschaft.
Gesorgt war beim Sommerfest wie immer auch fürs Kulinarische. Für die regionalen Leckereien aus der Küche zeichnete wie schon in früheren Jahren die Meistervereinigung Gastronom Baden-Württemberg verantwortlich. Schülerinnen und Schüler der Paul-Kerschensteiner-Landesberufsschule für das Gastgewerbe in Bad Überkingen überzeugten mit bestem Service. Die Band San Remo aus Mannheim bot mit Swing- und Vintage-Klängen die passende musikalische Unterhaltung, gut kamen bei den Gästen auch die Performances dreier Mitglieder des Zebra Stelzentheaters aus Gauting an.

